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Coliving und ortsunabhängiges Arbeiten sind mehr als nur Trends – sie sind für viele Menschen eine Möglichkeit, Freiheit, Abenteuer und beruflichen Erfolg miteinander zu verbinden. Fabian Dittrich lebt diese Philosophie auf beeindruckende Weise. Mit seinem Land Rover Defender, einem Laptop und einem Telefon bereist er seit sieben Monaten Südamerika, arbeitet dabei remote an seiner IT-Firma und dokumentiert spannende Geschichten von Menschen, die alternative Lebens- und Arbeitsmodelle leben. In diesem Artikel erfahren Sie, wie Fabian und sein Team ihren Traum von einem mobilen Leben verwirklichen, welche Herausforderungen sie meistern und welche Tools und Strategien sie nutzen, um produktiv zu bleiben – und wie das alles mit dem Konzept des Coliving zusammenhängt.
Von der Idee zum mobilen Unternehmen: Der Weg von Fabian Dittrich
Fabians Reise begann vor über zehn Jahren mit einer Idee: ein Unternehmen zu gründen, das komplett orts- und zeitunabhängig funktioniert. Schon sein erster längerer Aufenthalt in Thailand 2001 weckte die Reiselust in ihm. Parallel dazu suchte er Wege, Geld online zu verdienen, unabhängig von einem festen Standort. Trotz Rückschlägen, etwa durch Änderungen bei Google-Algorithmen, blieb Fabian am Ball und arbeitete später bei einem Startup in San Francisco und London.
Der entscheidende Wendepunkt kam, als Fabian seinen Arbeitgeber bat, nur noch drei Tage pro Woche bei gleichem Gehalt zu arbeiten. Das wurde abgelehnt, jedoch erhielt er Unterstützung, indem seine Kunden an ihn weitergeleitet wurden, sobald er sich selbstständig machte. So entstand Help On, eine IT-Firma mit Kunden in den USA und Großbritannien, die von Anfang an komplett remote arbeitete.
Die Idee, Südamerika mit einem Land Rover zu bereisen und gleichzeitig die Firma zu führen, entstand aus dem Wunsch, die kreative und innovative Seite Südamerikas zu entdecken und zu dokumentieren. Fabian und zwei Freunde kauften einen Land Rover Defender aus dem Jahr 1997 mit ausklappbarem Dach, der Platz zum Schlafen für drei Personen bietet. Ihre Route führte sie durch Argentinien, Uruguay, Chile, Peru, Ecuador bis nach Kolumbien – insgesamt über 12.000 Kilometer.
Coliving auf Rädern: Arbeiten, Leben und Reisen im Land Rover
Der Begriff Coliving verbindet gemeinschaftliches Wohnen mit gemeinsamen Interessen und Lebensweisen. Fabian und sein Team zeigen, dass Coliving auch mobil funktionieren kann: Sie leben, arbeiten und reisen gemeinsam auf engstem Raum – in ihrem Land Rover. Diese besondere Form des Coliving erfordert nicht nur technische Ausstattung, sondern auch eine starke Teamdynamik und klare Absprachen.
Im Gegensatz zu vielen klassischen digitalen Nomaden, die meist alleine arbeiten, ist Fabian Teil eines Nomadenunternehmens. Das bedeutet:
- Gemeinsame Verantwortung für das Unternehmen
- Intensive Zusammenarbeit und ständiger Austausch – auch auf langen Fahrten
- Herausforderungen durch enge räumliche Nähe, die auch Konflikte mit sich bringen können
- Fokus auf Wachstum und Qualität der Firma statt nur auf individuellen Lifestyle
Die Ausstattung des Land Rovers ist speziell auf das mobile Arbeiten ausgelegt: Solarzellen laden dauerhaft Batterien, damit drei MacBooks, Smartphones und andere Geräte stets einsatzbereit sind. Ein Kühlschrank sorgt für die Verpflegung, und eine Seilwinde hilft bei schwierigen Geländesituationen. Trotz minimaler Küchenausstattung bevorzugen die Reisenden oft das lokale Essen oder einfache Mahlzeiten.
Produktivität unterwegs: Wie Fabian und sein Team trotz ständiger Bewegung effizient arbeiten
Eine häufige Sorge beim ortsunabhängigen Leben ist, dass häufige Ortswechsel und Reisen die Produktivität beeinträchtigen. Fabian berichtet, dass gerade die Kombination aus Zeitdruck, wechselnden Aufgaben und einem gut organisierten Workflow dazu führt, dass er effizienter arbeitet als in einem festen Büro.
Wichtige Faktoren für die hohe Produktivität sind:
- Effiziente Nutzung von Tools: Google Kalender, Calendly und andere Apps helfen bei der Terminplanung und vermeiden zeitraubende Kommunikation.
- Offline-Fähigkeiten: Mit Programmen wie AirMail können E-Mails auch bei schlechter Internetverbindung heruntergeladen, bearbeitet und später versendet werden.
- Zeitsparende Shortcuts und Automatisierungen: Tools wie die Alfred App ermöglichen das schnelle Einfügen häufig genutzter Texte, das Öffnen bestimmter Webseiten mit einem Befehl und das Verwalten von Zwischenablagen.
- Fokus auf Kernaufgaben: Fabian schreibt Code für Datenmigrationen, wobei er unter Zeitdruck zunächst einfache Lösungen programmiert und diese dann bei Pausen optimiert.
- Bewusste Pausen und Unterbrechungen: Die unvermeidlichen Stopps bei Fahrten bieten Gelegenheit, innezuhalten, kreativ zu denken und den Code zu verbessern.
Beispielhaft beschreibt Fabian, wie er auf einer Busfahrt mit nur Edge-Internet eine Skype-Konferenz absolvierte, indem er die mobile Datenverbindung seines Telefons nutzte. Diese Flexibilität und die stetige Verbesserung der Internetinfrastruktur in Südamerika machen ortsunabhängiges Arbeiten immer praktikabler.
Werkzeuge für maximale Effizienz: Fabian Dittrichs Must-Have-Apps
Die richtige Technik ist das Herzstück für produktives Arbeiten auf Reisen. Fabian empfiehlt folgende Tools:
- Alfred App: Ein Mac-Tool, das als Schnellstarter, Clipboard-Manager und Automatisierungswerkzeug dient. Es ermöglicht, gespeicherte Texte, Telefonnummern oder URLs blitzschnell einzufügen und mehrere Zwischenablagen zu verwalten.
- Google Kalender & Calendly: Synchronisierte Terminplanung, bei der Kunden direkt verfügbare Zeiten buchen können. So entfällt das lästige Hin- und Herkommunizieren.
- AirMail: Eine E-Mail-App, die auch offline funktioniert, was bei langsamen oder instabilen Verbindungen essenziell ist.
- Evernote: Notizen, Ideen, Fotos und wichtige Informationen werden zentral gespeichert, inklusive GPS-Daten für Fotos, etwa um den Parkplatz des Land Rovers zu finden.
- Forever Map: Offline-Karten, die auch ohne Internetverbindung funktionieren – unverzichtbar beim Reisen durch abgelegene Gebiete.
Diese Tools sparen nicht nur Zeit, sondern helfen auch, den mentalen Fokus zu bewahren. Fabian betont, dass es nicht nur um reine Zeitersparnis geht, sondern darum, Unterbrechungen zu minimieren, damit man schneller wieder in komplexe Aufgaben wie Programmieren einsteigen kann.
Inspirierende Geschichten aus Südamerika: Menschen, die Arbeit und Bildung neu denken
Ein zentrales Projekt von Fabian ist Startup Diaries, eine Dokumentation über innovative Menschen in Südamerika, die neue Wege in Arbeit und Bildung gehen. Drei besonders eindrucksvolle Beispiele aus seinem TEDx-Vortrag in Bogotá sind:
- Macarena aus Montevideo, Uruguay: Nach sieben Jahren in einer Bank kündigte sie, weil sie das Gefühl hatte, nichts zu verändern. Sie gründete einen der inspirierendsten Coworking-Spaces Südamerikas, der vor allem durch starke Zusammenarbeit und gegenseitige Unterstützung geprägt ist – ganz anders als die oft isolierte Arbeitsweise in europäischen Coworking-Spaces.
- Valeria aus Lima, Peru: Mit zwölf Jahren erklärte sie ihren Eltern, dass sie nicht mehr zur Schule gehen wolle. Nach einem Jahr Homeschooling und viel Selbststudium wurde sie eine erfolgreiche Webdesignerin und Fotografin mit Kunden weltweit – ganz ohne formale Schulbildung.
- Myrna, Psychologin aus Montevideo: Vor zehn Jahren begann sie, ihre Therapiesitzungen über Skype abzuhalten, was damals revolutionär war. Heute hat sie Patienten aus aller Welt und zeigt, dass Arbeit nicht an einen Ort gebunden sein muss.
Diese Beispiele illustrieren, dass Coliving und ortsunabhängiges Arbeiten nicht nur individuelle Freiheit bedeuten, sondern auch neue Formen von Zusammenarbeit, Lernen und Wirtschaften ermöglichen. Fabian hebt hervor: „Arbeit ist kein Ort mehr.“ Mit den verfügbaren Technologien kann jeder mit Leidenschaft und Motivation seinen eigenen Weg gehen.
Herausforderungen und Ausblick: Wie geht es weiter mit dem Nomadenleben?
Natürlich bringt ein Leben unterwegs auch Herausforderungen mit sich. Die enge Zusammenarbeit im kleinen Fahrzeug erfordert Konfliktfähigkeit, und nicht jeder im Team fühlt sich mit häufigen Ortswechseln wohl. So hat Fabian’s Partner Dominic die Rückkehr ins Büro bevorzugt, um konzentrierter arbeiten zu können.
Auch die technische Infrastruktur ist nicht immer optimal: In Argentinien beispielsweise war das Internet oft langsamer und instabiler als in anderen Ländern Südamerikas. Doch insgesamt hat sich die Konnektivität in den letzten Jahren stark verbessert.
Für Fabian ist klar, dass er das mobile Leben liebt und auch in Zukunft weiterreisen möchte. Sein Plan ist, Berlin als Basis in den Monaten mit gutem Wetter zu nutzen und im Rest des Jahres die Welt zu erkunden – mit neuen Projekten, Vorträgen und inspirierenden Begegnungen.
Startup Diaries soll weiter wachsen und professioneller werden, mit besserer Filmtechnik und mehr Aufmerksamkeit. Die Geschichten aus Südamerika sind nur der Anfang einer größeren Bewegung, die zeigt, wie Coliving, ortsunabhängiges Arbeiten und neue Bildungswege die Zukunft prägen.
Fazit: Coliving als Schlüssel zu Freiheit, Produktivität und Gemeinschaft
Fabian Dittrich und sein Team demonstrieren eindrucksvoll, wie sich Coliving und ortsunabhängiges Arbeiten miteinander verbinden lassen – selbst in einem umgebauten Land Rover auf einer langen Reise durch Südamerika. Mit der richtigen Einstellung, effizienten Tools und einer starken Gemeinschaft lassen sich anspruchsvolle berufliche Aufgaben auch unterwegs meistern. Gleichzeitig zeigt Startup Diaries, wie Menschen weltweit durch neue Formen von Zusammenarbeit und Bildung ihre eigenen Wege finden und damit die Zukunft der Arbeit gestalten.
Für alle, die vom Leben und Arbeiten jenseits fester Orte träumen, ist Fabians Geschichte eine inspirierende Einladung, die Komfortzone zu verlassen und neue Horizonte zu entdecken – beruflich wie privat.
Weitere Informationen und spannende Geschichten finden Sie auf startupdiaries.org sowie auf der zugehörigen Facebook-Seite.
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About Lorenz Ramseyer
Lorenz Ramseyer is a Remote Work Consultant and President of the Swiss Digital Nomads Association. He has been intensively involved with the concept of location-independent working since 2006 and today supports teams in successfully switching from the office to hybrid or remote work. Ramseyer originally trained as a teacher and later trained as an IT project manager. He holds an MAS in Social Informatics and is Managing Director of the remote work agency BERGSPITZ media. He offers strategy workshops on remote work, holds keynote speeches on the future of work and is a guest lecturer at various universities. Founder of: Agentur für Remote Work Remote Work Jobs Remote Work Skills Coliving Switzerland Digitale Nomaden Schweiz
